Figma vs. Sketch vs. Adobe XD: Welches Tool 2025?

Drei Werkzeuge, ein Versprechen – und doch trennen sie Welten. Zwischen Browser-Cloud, nativem Mac-Handwerk und einem stillen Abschied entscheidet sich, womit du morgens deine Interfaces zeichnest.

Die Frage nach dem „richtigen“ Design-Tool taucht in jedem Forum, jedem Discord-Server und jedem Bewerbungsgespräch wieder auf. Dabei geht es selten um die Software selbst, sondern um die Arbeitsweise dahinter: Wie schnell komme ich von der Idee zum klickbaren Prototyp? Wie reibungslos arbeite ich mit anderen zusammen? Und was kostet mich das am Ende im Monat? Drei Werkzeuge prägen diese Diskussion seit Jahren – Figma, Sketch und Adobe XD. Sie lösen dasselbe Grundproblem, setzen dabei aber völlig unterschiedliche Schwerpunkte.

Wichtig vorweg: Es gibt kein objektiv bestes Tool, sondern nur das passende für deinen Anwendungsfall. Ein Solo-Freelancer mit macOS-Setup trifft eine andere Entscheidung als ein Team, das remote über drei Zeitzonen verteilt arbeitet. In diesem Vergleich schaue ich auf die fünf Dimensionen, die in der Praxis wirklich zählen: Stärken, Schwächen, Kollaboration, Preis und Ökosystem.

Figma: Der Standard, an dem sich alle messen #

Figma hat den Markt in den letzten Jahren neu sortiert. Der entscheidende Hebel war die Browser-Architektur: Statt einer installierten Anwendung läuft Figma im Browser, Dateien liegen in der Cloud, mehrere Personen arbeiten gleichzeitig an derselben Datei. Wer schon einmal in Google Docs zu zweit getippt hat, kennt das Prinzip – nur eben für Interfaces.

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Die Stärken liegen klar in der Zusammenarbeit und der Plattformunabhängigkeit. Figma läuft auf macOS, Windows, Linux und ChromeOS gleichermaßen, weil es eben nur einen Browser braucht. Dazu kommen ein durchdachtes Komponenten- und Variablen-System, Auto-Layout für responsives Verhalten und ein riesiger Plugin-Markt. Für Prototyping, Design-Systeme und Team-Arbeit ist es derzeit die naheliegendste Wahl.

Die Schwächen sind subtiler. Bei sehr großen Dateien mit vielen Komponenten kann die Performance im Browser spürbar nachlassen. Wer ohne Internetverbindung arbeiten will, stößt schnell an Grenzen – der Offline-Modus ist eingeschränkt. Und seit der Übernahme durch Adobe beobachten viele die Preis- und Produktstrategie aufmerksam, auch wenn sich im Alltag bislang wenig geändert hat.

Sketch: Das macOS-Original mit Fokus #

Sketch war lange das Werkzeug, das die UI-Design-Welt überhaupt erst aus Photoshop herausgelöst hat. Es ist und bleibt eine native macOS-Anwendung – das ist gleichzeitig seine größte Stärke und seine engste Grenze. Auf dem Mac fühlt sich Sketch schnell, leichtgewichtig und aufgeräumt an. Die Software macht eine Sache richtig gut: Interfaces zeichnen.

Inzwischen hat auch Sketch eine Cloud-Komponente für Kollaboration und Übergaben nachgelegt, der Kern der Bearbeitung bleibt aber die Desktop-App. Das bedeutet: Wer im Team arbeitet, in dem nicht alle einen Mac nutzen, ist hier schnell ausgeschlossen. Für ein eingespieltes macOS-Studio dagegen ist Sketch nach wie vor eine ernstzunehmende, oft sogar performantere Option als die Browser-Konkurrenz.

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Das Preismodell ist dabei ein echtes Unterscheidungsmerkmal. Sketch bietet neben dem Abo auch einen Kauf mit zeitlich begrenzten Updates an – ein Modell, das gerade Einzelkämpfern entgegenkommt, die nicht jede Software dauerhaft mieten möchten. Wer seine Tool-Entscheidungen grundsätzlich an Kosten und Nutzen ausrichtet, sollte das im Hinterkopf behalten; ich habe meine eigene Logik dazu in meinem Design-Werkzeugkasten 2025 ausführlicher beschrieben.

Adobe XD: Das Tool im Rückzug #

Adobe XD war Adobes Antwort auf Sketch und Figma – tief integriert in die Creative Cloud, mit nahtloser Verbindung zu Photoshop und Illustrator. Genau das war sein Argument: Wer ohnehin im Adobe-Ökosystem lebt, konnte Assets ohne Reibung übernehmen und musste keine neue Rechnung aufmachen.

Die Realität 2025 sieht allerdings anders aus. Nach der angekündigten Übernahme von Figma durch Adobe (die letztlich nicht zustande kam) wurde XD faktisch in den Wartungsmodus geschickt. Es wird kaum noch aktiv weiterentwickelt, ist als eigenständiges Abo nicht mehr regulär erhältlich und verliert kontinuierlich Marktanteile. Für ein neues Projekt würde ich heute niemandem mehr raten, auf XD zu setzen – nicht wegen mangelnder Qualität, sondern wegen der unsicheren Zukunft.

Wer XD noch im Einsatz hat, sollte einen Migrationspfad einplanen. Die meisten Funktionen lassen sich in Figma abbilden, und es existieren Importwege für bestehende Dateien. Eine Abhängigkeit von einem Tool ohne klare Roadmap ist ein Risiko, das man als Profi nicht eingehen muss.

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Kollaboration und Ökosystem im direkten Vergleich #

Bei der Zusammenarbeit zeigt sich der deutlichste Unterschied. Figma ist von Grund auf für Echtzeit-Kollaboration gebaut: Kommentare, geteilte Bibliotheken, gleichzeitiges Editieren und ein Entwickler-freundlicher Inspect-Modus gehören zum Standard. Sketch hat hier nachgezogen, bleibt aber stärker auf den Einzel-Workflow mit anschließender Übergabe ausgelegt. XD spielt in dieser Kategorie keine Rolle mehr.

Auch das Ökosystem entscheidet mit. Figma punktet mit dem größten Plugin- und Community-Markt sowie unzähligen kostenlosen Templates und UI-Kits. Sketch verfügt über eine kleinere, aber gewachsene und qualitativ hochwertige Plugin-Landschaft. Das gilt es ehrlich gegen den eigenen Bedarf abzuwägen: Brauche ich wirklich tausend Plugins, oder reichen mir die fünf, die ich täglich nutze? Diese Frage nach dem tatsächlichen statt dem gefühlten Bedarf zieht sich durch fast jede Tool-Entscheidung.

Welches Tool für welchen Anwendungsfall? #

Statt einer pauschalen Empfehlung hier die ehrliche Zuordnung nach Situation. Für Teams, Remote-Arbeit und Design-Systeme: Figma. Die Echtzeit-Kollaboration und Plattformunabhängigkeit sind hier schlicht konkurrenzlos. Für den Solo-Designer oder das reine macOS-Studio, das Wert auf native Performance und ein faires Kaufmodell legt: Sketch bleibt eine starke, oft unterschätzte Wahl.

Für Neueinsteiger gilt: Beginne mit Figma. Die kostenlose Stufe ist großzügig, die Lernkurve flach und das Wissen am Markt am gefragtesten. Adobe XD dagegen gehört nicht mehr auf die Liste der Optionen für neue Projekte – die fehlende Weiterentwicklung macht es zur Sackgasse.

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Am Ende ist das Tool nur das Mittel, nicht der Zweck. Die beste Software ersetzt kein gutes Briefing und keinen klaren Prozess. Wer wissen will, wo der eigentliche Hebel für bessere Ergebnisse liegt, findet ihn meist nicht in der Werkzeugwahl, sondern im Gespräch mit dem Kunden – und in den richtigen Fragen, wie ich sie in 7 Fragen für bessere Briefings gesammelt habe. Entscheide dich für ein Werkzeug, das zu deinem Setup passt, und investiere die freigewordene Energie lieber in dein Handwerk.

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